Tischtennis Technik
3. Tischtennis Technik RatgeberDie Technik macht’s. Um im Tischtennis langfristig so richtig erfolgreich werden zu können bzw. um Stärken auszubauen und im Zuge dessen möglichst effiziente Taktiken zu entwickeln, sind gewisse Grundkenntnisse der einzelnen Techniken erforderlich. Was ist ein Topspin? Wie reagiert man effektiv auf einen Schmetterball? Auf welche Weise kann die Flugkurve des Balles möglichst zielgerichtet gespielt werden? Zusätzliche Techniken, wie beispielsweise auf das Spiel aus der Halbdistanz gekonnt reagiert oder wie mit Flatterbällen umgegangen werden kann, werden im Folgenden eingehender geschildert.
3.1. Angriffspieler Technik
Topspins und Sidespins sind recht wirkungsvolle Techniken, die die meisten Angriffsspieler aus dem Effeff beherrschen müssen; ebenso wie Gegenspins und Konterblocks. Angriffsspieler sollten außerdem stets versuchen, zunächst den Ball kurz zu halten bzw. diesen nach Möglichkeit kurz abzulegen. Sinnvoll ist es darüber hinaus ebenfalls, schon vorn am Netz sooft es geht die Initiative zu übernehmen und die sich daraus ergebenden kurzen Reaktionszeiten des jeweiligen Gegenspielers effektvoll auszunutzen.
3.1.1. Topspin
Der so genannte überrissene Schlag, der Topspin, gehört beim Tischtennis zu den klassischen Vor- und Rückhandschlägen. Im Zuge einer starken Vorwärtsrotation bewegt sich der Ball in einem bestimmten, sehr hohen Neigungswinkel über das Netz und fällt letztendlich steil nach unten ab. Die Folge: bedingt durch den beim Schlag erzielten starken Vorwärtsdrall hüpft er sehr schnell und sehr hoch ab. Einer der Vorteile, die der Topspin mit sich bringt, ist, dass weitaus größere Ballgeschwindigkeiten zu erzielen sind, als dies bei vielen anderen Schlagarten der Fall ist.
3.1.2. Sidespin
Anders als beim Topspin wird der Ball beim so genannten Sidespin – wie der Name schon sagt – von der Seite getroffen bzw. gestreift. Dabei richtet sich die Geschwindigkeit des Balles nach dem jeweiligen Krafteinsatz des Spielers. Dadurch, dass der Ball beim Sidespin mit einer starken Rotation nach links oder rechts abdreht, kann er vom Gegner nur sehr schwer gekontert werden. Überaus beliebt vor allem auch beim schnellen Spiel.
3.1.3. Schuss
Ist beim Tischtennis von einem Schuss die Rede, so verläuft die Schlagbewegung von hinten unten nach vorn oben. Dabei wird der Ball im oberen Bereich des Schlägers getroffen, sodass eine effiziente Vorwärtsrotation erzielt werden kann. Überhaupt wird im Allgemeinen stets versucht, den Gegenspieler durch vorwärts rotierende Schläge, wie sie beim Sidespin, Topspin oder natürlich auch bei einem Schuss erzielt werden können, effektvoll unter Druck zu setzen.
3.1.4. Gegenspin
Mit harten Hölzern sind bekanntlich ausgesprochen schnelle und sichere Spielzüge möglich. Muss ein Spieler zum Beispiel auf einen Sidespin, Topspin oder Ähnliches reagieren - also mit einem Gegenspin – so eignet sich ein katapultfähiges Holz mit mittelstarker Furnierdicke ganz besonders gut. Hinoki-Holz wäre in diesem Zusammenhang natürlich ideal. Denn wird mit einem Gegenspin gekontert, so bleibt das Spieltempo in der Regel sehr schnell. Wichtig hierbei also in jedem Fall: eine gute Kontrolle.
3.1.5. Konterball / Konterblock
Mit sehr kurzen Schlagbewegungen überaus rasch auszuführen: diese Eigenschaft zeichnet den Konterball bzw. den Konterblock aus. Wurde er zu früheren Zeiten noch mit großer Begeisterung verwendet, so erfreut sich beim professionellen wie auch beim semi-professionellen Spiel eher der Topspin. Konterbälle dienen heutzutage überwiegend während der Aufwärmphase als Möglichkeit zum „Einspielen“.
3.1.6. Spielen aus der Halbdistanz
Sehr viel Spin in Verbindung mit einem relativ hohen Tempo: so könnte in etwa das Spiel aus der Halbdistanz umschrieben werden. Wichtig ist, wenn der Spieler den Schritt zurück von der Platte aus macht, um in die Halbdistanzposition zu kommen, auch weiterhin schnell zu agieren und eine rasche Schrittfolge beizubehalten. Mehr Freiraum für die Schläge und härtere Angriffe sind beim Spielen aus der Halbdistanz in jedem Fall möglich.
3.1.7. Leichter Topspin Rückhand mit viel Effet
Soll ein leichter Topspin RH gespielt werden, welcher ja von hinten unten nach vorn oben erfolgt, so wird mit einem geringeren Kraft- bzw. Schlagaufwand, als beim „klassischen“ Topspin mit der Rückhand geschlagen, wodurch der Ball eine Vorwärtsrotation erfährt. Bedingt dadurch, dass also mit weniger „Power“ geschlagen wird, bekommt der Ball viel Effet, sodass er vom Gegner nicht immer leicht angenommen und gegen gespielt werden kann.
3.1.8. Topspin
In Abhängigkeit vom Spiel wird der Ball mit einem individuell passenden Kraftaufwand im oberen Bereich angeschlagen und schlägt so eine bogenartig geformte Kurve. Aufgrund dessen ist die Flugbahn entsprechend kürzer, als bei einem herkömmlichen Ballschlag. Fakt ist, dass bedingt durch die hohe Vorwärtsrotation der Ball zwar sehr schnell gespielt werden kann, er aber dennoch nicht auf der Platte im „Aus“ landet. Wen wundert es, dass der Topspin wegen der Flexibilität und der vielen Möglichkeiten, die der Spieler somit für sich nutzen kann, zu den populärsten überhaupt gehört?
3.1.9. Sidespin
Der Sidespin ist vergleichbar mit dem Topspin. Typisch für beide Varianten sind der flexibel spielbare Krafteinsatz (abhängig vom Spielverlauf) sowie die gebogene Flugkurve. Weil der Ball bei einem Sidespin jedoch „nur“ seitlich gestreift wird, wird die individuelle Flugbahn entweder nach links oder nach rechts abweichen. Schwer zu kontern also für den Gegenspieler.
3.1.10. Schuss
Noch aus früheren Zeiten ist der Begriff „Schmetterball“ bekannt. Der Schuss, wie er heute genannt wird, zeichnet sich dadurch aus, dass ausschließlich die besonders hohen Bälle auf die Seite des Gegenspielers gespielt bzw. geschmettert werden. Ziel ist es dabei, eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erzielen und somit den Druck auf den Gegner anzukurbeln.
3.1.11. Gegenspin
Auch der Gegenspin gehört – ebenso wie der Sidespin oder der Topspin – zu den variablen und direkten Angriffsspielzügen. Beide der vorgenannten Schlagvarianten werden jeweils mit einem Gegenspin gekontert, indem durch eine geschickte Schlagtechnik der Ball wiederum in (leichte) Rotation versetzt wird. Üblicherweise ergibt sich hieraus ein recht schnelles und hartes Spiel.
3.1.12. Konterball
Ein langsames Tempo ist nichts für Spieler, die häufig den Konterball verwenden. Denn dieser ist bekannt für seine mittelschnelle bis aggressive Geschwindigkeit in Kombination mit sehr schnellen und kurzen Schlagbewegungen. Nichtsdestotrotz ist nach Meinung vieler Tischtennisexperten der – in der Regel sehr gerade gespielte – Konterball eher für die „Aufwärmphase“ vor dem Spiel geeignet.
3.1.13. Halbdistanz
Wenn aus der Halbdistanz heraus gespielt wird, so steht der Spieler nicht direkt an der Platte, sondern tritt während des Spiels einen bis eineinhalb Schritte zurück – natürlich abhängig vom individuellen Spielverlauf. Auf diese Weise ist nicht nur ein schnelles, sondern auch ein gleichzeitig gefühlvolles, kontrolliertes Spiel möglich. Gerade beim Spiel aus der Halbdistanz spielen übrigens schnelle Schrittbewegungen eine große Rolle.
3.1.14. Leichter Topspin Rückhand mit viel Effet
Durch die bei einem Topspin typische Rotationsbewegung beim Schlag erhält der Ball einen gewissen Vorwärtsdrall. Bei einem leichten Topspin Rückhand wird – im Gegensatz zum „klassischen“ Topspin – weniger Kraft beim Schlag aufgewendet, aber durch die Kraft aus der Rückhand viel Effet erzielt. Grund hierfür ist in erster Linie der Aufprall auf dem oberen Bereich des Spielballs mit dem Schläger.
3.1.15. Leichter Topspin Vorhand mit viel Effet
Ähnlich wie beim leichten Topspin Rückhand mit viel Effet verhält es sich bei der Variante, die mit der Vorhand gespielt wird. Bei beiden Schlägen kommen sowohl die Schultern, die Ellenbogen sowie insbesondere natürlich die Handgelenke zum Einsatz. Letztere sind allerdings beim Topspin VH in ihrer Beweglichkeit in die jeweils gewünschten Richtungen weniger beschränkt, als dies beim Topspin RH der Fall ist.
3.1.16. Aggressiver Topspin Vorhand hohes Tempo
Zu einer der typischen Angriffstaktiken gehört bekanntlich der Topspin. Dieser Schlag kann – je nach Krafteinsatz – gefühlvoll, kontrolliert oder auch aggressiv gespielt werden. Eine solche Spielweise, die sich im Übrigen hauptsächlich für geübte Spieler eignet, wird am besten mit einem harten, aber kontrollierbaren Holz gespielt, um dadurch harte und gleichzeitig effektvolle Topspins spielen zu können. Selbst erfahrene Gegenspieler lassen sich durch den aggressiven Topspin Vorhand mit hohem Tempo gut unter Druck setzen.
3.1.17. Aggressiver Topspin Rückhand hohes Tempo
In diesem Zusammenhang sei gesagt, dass sich freilich auch mit dem aggressiven Topspin Rückhand ein hohes Tempo und somit eine (leichte) Irritation des Gegners erzielen lassen können. Insbesondere dann, wenn auch hier ein harter, aber kontrollierbarer Schläger benutzt wird, denn durch die rasche Geschwindigkeit erhöht sich gleichzeitig die beim Topspin typische Rotation und trägt dadurch zu einer verstärkten Rotation des Spielballes bei.
3.1.18. Schmetterball
Sobald der Spielball eine bestimmte Höhe erreicht hat, sodass aus dieser Position die Tischseite des Gegenspielers effektiv und hart getroffen werden kann, lässt sich der Ball mit voller Härte auf die gegenüberliegende Plattenseite „schmettern“. Durch die daraus resultierende Geschwindigkeit des Balles wird der Gegenspieler in der Regel arg unter Druck gesetzt. Mittlerweile wird der Schmetterball jedoch nicht mehr als solcher bezeichnet, sondern der heute gängige Ausdruck hierfür lautet „Schuss“.
3.1.19. Bogenball
Bei einem Bogenball besteht oftmals die Gefahr, den von oben ankommenden Ball, wenn er mit der Rückhand angenommen wird, in hohem Bogen zum Gegner zurückzuschlagen, jedoch im Zuge dessen die Tischkante im gegnerischen Bereich nicht zu treffen. Eine gute Beweglichkeit des Handgelenkes ist in dieser Hinsicht also ebenso erforderlich, wie ein kontrollierbarer, handlicher und griffiger Schläger.
3.1.20. Konterbelag
Beim so genannten Konter handelt es sich um einen Schlag, welcher immer wieder gern beim Tischtennis eingesetzt wird, um das Spiel generell schneller und auch härter zu gestalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Profi- oder Amateurtischtennis handelt. Zu den typischen Konterbelägen zählen übrigens in erster Linie Beläge mit kurzen Noppen außen, da auf diese Weise der Ball in der so genannten „aufsteigenden Phase“ um ein Vielfaches besser getroffen werden kann.
3.1.21. Flugkurve
Grundsätzlich kann man behaupten, dass bei einer flachen Flugkurve ein schnelles Ballspiel gegeben ist, wohingegen eine hohe Flugkurve dem gegnerischen Spieler eine bessere „Planung“ ermöglicht. Denn aufgrund der mit einer hohen Flugkurve einhergehenden, verminderten Geschwindigkeit gewinnt der Gegenspieler ein wenig Zeit. Die flache Flugkurve wiederum garantiert in der Regel einen verstärkten Druck bzw. eine schnelle Geschwindigkeit.
3.1.22. Zugdynamik
Gewiss ist, dass eine gute Zugdynamik weitestgehend vom jeweiligen Schläger abhängig ist. Je höher allerdings das Leistungsniveau eines Spielers ist, desto höher sind demgemäß auch die Ansprüche an die gewählte Materialbeschaffenheit. Präzise und schnelle Armbewegungen gehen mit einer perfekten Zugdynamik ebenso einher, wie eine ausgefeilte Technik bei den unterschiedlichen Schlägen in Verbindung mit einer optimalen Kontrolle.
3.1.23. mittelharter Schwamm
Überhaupt spielt der Schläger bzw. natürlich auch der Schwamm für ein gelungenes Spiel eine entscheidende Rolle. So unterscheiden sich die Schwämme insbesondere hinsichtlich ihrer Härte: weiche, mittelharte und harte Schwämme sind erhältlich, wobei jeder Grad auf die individuellen Spielereigenschaften abgestimmt wird. Der mittelharte Schwamm eignet sich bestens für Allrounder, die zwar ein schnelles Spiel wünschen, im Zuge dessen auf eine ausgezeichnete Spinelastizität nicht verzichten wollen und gleichzeitig eine gute Kontrolle wünschen. Der mittelharte Schwamm (medium) ist gewissermaßen „Standard“. Eine perfekte Relation zwischen Schnelligkeit, Rotation und die Kontrolle über den Ball garantiert eine sehr gute Ballführung in Verbindung mit hohen Geschwindigkeiten.
3.1.24. harter Schwamm
Dahingegen ist der harte Schwamm (hard) wie geschaffen für den Schläger eines Angriffs- bzw. Offensivspielers. Zwar ist mit harten Schwämmen ein ausgesprochen schnelles Spiel möglich, jedoch ist in dieser Hinsicht nicht selten auch eine mangelnde Kontrolle über den Spielball festzustellen. Dieses liegt in erster Linie an der sehr kurzen Kontaktdauer zwischen dem Belag selbst und dem Ball. Somit liegt es also nahe, dass ein Schläger mit hartem Schwamm eher für den erfahrenen Spieler geeignet ist.
3.1.25. weicher Schwamm
Eine perfekte Kontrolle in Kombination mit einer abgeminderten Geschwindigkeit zeichnet wiederum den weichen Schwamm (soft) aus. Im Gegensatz zum harten Schwamm ist hier eine vergleichsweise lange Kontaktzeit zwischen dem Belag und dem verwendeten Spielball gegeben. Übrigens erfolgt die Messung des Härtegrades beim Schwamm mit der Bezeichnung „Shore-Härte“.
3.1.26. Vorwärtsdrall
Die unterschiedlichen Schlagtechniken ermöglichen es, dass der Ball entweder mit einem Vorwärts-, Rückwärts- oder Seitendrall gespielt wird. Je nach Variante verändert sich dabei das jeweilige Absprungverhalten des Spielballs und kommt folglich auf unterschiedliche Weise beim Schläger des Gegners an. Ein typischer Schlag mit Vorwärtsdrall ist beispielsweise der bekannte Topspin. Dadurch, dass der Ball von unten nach oben angeschlagen wird, rotiert der Ball nach vorn und es ergibt sich eine relativ flache Absprungkurve.
3.2. Abwehspieler Technik
Die Abwehrspieler Technik beruht hauptsächlich darauf, flache und gleichzeitig lange Bälle zu spielen – und das nach Möglichkeit mit einem variablen Unterschnitt. Denn nur auf diese Weise kann der Gegenspieler effektiv „in die Knie gezwungen“ werden. Daher ist es für Abwehrspieler von besonderer Relevanz, den Körper stets in tiefer Stellung bzw. leicht nach vorn gebeugt zu haben. Nicht weniger wichtig ist in dieser Hinsicht allerdings auch die Haltung der Unterarme und der Handgelenke: sie sollten immer locker gehalten werden und dadurch stets bereit für den nächsten (Gegen-)Schlag. Als ideale Beläge für Abwehrspieler eignen sich übrigens der kurze – Noppen - Belag sowie der Noppen – innen - Belag.
3.2.1. Defensive Spielweise
„Gängiger“ ist zwar die offensive Spielweise, aber nichtsdestotrotz hat man es häufig auch mit Spielern zu tun, die die defensive Spielweise bevorzugen. Diese spielen in der Regel recht weit hinter der Platte und reagieren auf den Spielball entweder mithilfe der so genannten Ballonabwehr oder aber mit Unterschnitt. Wie effektiv solche Methoden sein können, hat sich in der Vergangenheit vor allem auch im Profisport immer wieder herausgestellt. Die Kombination aus defensiver und offensiver Spielweise wird im Allgemeinen als Allroundspiel bezeichnet.
3.2.2. Spinumkehr
Durch eine relativ kurze Berührungszeit von Schläger und Ball kann eine sehr gute Spinumkehr erzielt werden. Auch hierbei ist wieder die Beschaffenheit des Schlägers von entscheidender Wichtigkeit. Schläger, die beispielsweise einen sehr weichen Schwamm haben, tragen zu einer längeren Verweildauer des Balles bei, sodass eine effektive Spinumkehr nur schwerlich möglich ist. Eine gute Spinumkehr ist zum Beispiel dann gegeben, wenn es sich um ein schnelles Schlägerholz mit sehr harten Deckfurnieren handelt. Jeder Spin des Gegenspielers kann dadurch in der Regel erfolgreich gekontert werden.
3.2.3. Blockball
Wenn der Spieler beim Tischtennis versucht, einen Topspin des jeweiligen Gegenspielers erfolgreich und mit viel Power zu retournieren, so spricht man von einem Blockball. Fakt ist, dass sich der so genannte Blockball einzig und allein auf den Topspin spielen lassen kann. Eine Spieltechnik, die aufgrund des häufigen Einsatzes von Topspins freilich sehr oft zu beobachten ist; sowohl im Amateurbereich wie auch im professionellen bzw. beim semi-professionellen Tischtennis.
3.2.4. Störspiel
Das Störspiel wird mittlerweile nurmehr im Freizeitsport bzw. im Amateurbereich gespielt. Denn weitaus effektiver, als das alleinige „Gegenspielen“ bzw. „Hinhalten“ mit Liften, Abwehr, Block & Co. ist sicherlich die Variante, direkt zum Angriff überzugehen. Wer sich allerdings dauerhaft für die Störspiel-Taktik entscheiden will, sollte - zumindest vor dem Hintergrund, auch langfristig erfolgreich im Tischtennis zu sein - eine weitere Spielweise beherrschen. Denn die Methode, mit der langen Hand auf der Rückhand die ganze Platte abzudecken, ist im Gegensatz zu üblichen Angriffstechnik weitaus weniger Erfolg versprechend.
3.2.5. Druckschupf
Ein aggressiver Schupfball wird auch als Druckschupf bezeichnet. Dieser ist in der Regel überaus sicher und auch sehr genau platzierbar. Darüber hinaus garantiert er zumeist recht gute Spielerfolge. Wissenswert ist, dass der Druckschupf nur sehr selten auf besonders schnittreiche Abwehrbälle bzw. auf kurze Aufschläge gespielt wird. Wichtig vor allem für den Spieler, der die „Druckschupf-Variante“ anwendet: die gute Kontrolle. Somit ist ein griffiger Schläger mit einem relativ weichen Belag optimal für den Druckschupf geeignet.
3.2.6. Liftschupf
Wenn der unterschnittene Schlag, also der „klassische“ Schupfball von unten mit dem Schläger leicht „angehoben“ wird, so wird dieser Spielball als Liftschupf bezeichnet. Der Schupfball wird bekanntlich über dem Tisch gespielt und kann durch das zusätzliche „Liften“ noch zielgerichteter gespielt werden. Allein der Schupfball ist bekannt als ein sicherer Rückschlag auf einen komplizierten oder (zu) schnell ankommenden Aufschlagsball; mit dem Liftschupf lassen sich selbst auch schwierigere Bälle annehmen bzw. retournieren.
3.2.7. Flatterbälle
Lange Noppen auf weichen Belägen werden in der Regel als die Hauptursache für die so genannten Flatterbälle gewertet. Aufgrund der sich daraus ergebenden, längeren Kontaktdauer zwischen Ball und Schläger (da der Ball sich gewissermaßen „eingräbt“) kann der Ball während des Auftreffens auf dem Belag den vom Gegenspieler angenommenen, rotierenden Ball nicht (immer) korrekt annehmen und geschickt retournieren. Der Spielball wird also in seiner Rotation „unterbrochen“, sodass er beim Abspielen ins „Flattern“ gerät und dadurch unter Umständen für den Gegenspieler nicht mehr hinreichend planbar ist. Fehler sind dementsprechend auf der „Gegenseite“ oft vorprogrammiert – insbesondere in den „Anfängerklassen“.
3.2.8. Lange Noppe
Die Noppenlänge bei langen Noppen liegt zwischen 0,9 mm und 1,8 mm; zu den typischen Nutzern langer Noppen gehören vor allem Defensivspieler. Eine der bekanntesten Eigenschaften von langen Noppen ist der Umkehreffekt: Die dem Topspin eigene Vorwärtsrotation dreht sich gewissermaßen bei der Ballannahme um, wenn versucht wird, mit einem Schläger mit langen Noppen den Spielball abzuwehren. Für Anfänger eignen sich Beläge mit langen Noppen zunächst nur bedingt; erst nach einer gewissen Eingewöhnungszeit sollte der noch unerfahrene Spieler die lange Noppe nutzen.
3.2.9. Kurze Noppe
Beläge mit kurzen Noppen sind in der Regel sehr einfach zu spielen; selbst bei einem recht schnellen Tempo. Die Noppenlänge beträgt übrigens weniger als 0,9 mm und eignet sich aus diesem Grund ganz hervorragend für aggressive Schüsse und Blocks. Noch bis vor wenigen Jahren waren kurze Noppen eher hart und fest, heute hingegen erfreuen sich zum Teil auch die weicheren, kurzen Noppen einer größeren Beliebtheit. Vorteil hierbei ist in jedem Fall das gefühlvollere, aber dennoch schnelle Spiel.
3.2.10. Mittellange Noppe
Noppen mit einer Länge von 0,9 mm bis 1,3 mm zählen zur Kategorie „mittellang“. Im Allgemeinen gelten mittellange Noppen eher als eine „Kompromisslösung“ zur langen bzw. zur kurzen Noppe. Aus diesem Grunde werden sie in der Regel häufiger im Freizeitsport bzw. in der Amateurliga genutzt, jedoch beweisen zahlreiche Spieler immer wieder, dass mit einem entsprechenden Schwamm sowie einem passenden Holz gleichermaßen attraktive Erfolge in höherklassigen Bereichen möglich sind.
3.2.11. Antitop
Der so genannte Antitop ist nach Meinung vieler Spieler eine echte Alternative zu Noppen außen Belägen. Nichtsdestotrotz wird beim Antitop die hohe Schlagsicherheit sehr geschätzt. Nachteil des Antitops ist allerdings, dass der Störeffekt für den jeweiligen Gegenspieler leichter zu kalkulieren ist, denn der Belag ist zumeist recht glatt. Dahingegen kann beim Antitop ein mögliches Wegknicken der Noppen sowie ein damit einhergehender Flatterball nahezu gänzlich ausgeschlossen werden.
3.2.12. Superanti
Viele Spieler ziehen den Superanti dem Antitop oftmals vor. Der Grund hierfür ist vor allem die Tatsache, dass aufgrund der speziellen Belagstruktur das Schupfen sowie auch Abwehrschläge leichter durchzuführen sind. Besonders interessant ist der Superanti für all‘ diejenigen, die ein schnelles, gekonntes Spiel gern mit einem guten Schuss zu ihren Gunsten beenden. Eine gute Beinarbeit, eine rasche Schrittfolge sowie ein lockeres Handgelenk sind bei der Verwendung des Superanti überaus wichtig.
3.2.13. Unterschnitt Wenn der Spielball lediglich im unteren Bereich gestreift und ihm auf diese Weise eine Rückwärtsrotation verliehen wird, so verringert sich im Zuge dessen die Flugbahn des Balls. Aufgrund dieses Rückwärtsdralls ist die (Flug-)Geschwindigkeit relativ gering; der Ball beginnt, steil abzufallen. Auf diese Weise soll der gegnerische Spieler „ausgetrickst“ werden: ein Topspin ist nach einem solchen Unterschnitt oftmals nur noch schwerlich durchführbar. Ziel beim Unterschnitt ist es, den Ball so nah als möglich unmittelbar hinter dem Netz zu platzieren. Netzbälle durch den Gegenspieler sind hier zumeist vorprogrammiert.
3.2.14. Ballonabwehr
Hart und schnell ankommende Bälle, die der jeweils annehmende Spieler „um jeden Preis“ auf die Platte zurückzuspielen versucht und diese im Zuge dessen in einem hohen Bogen (sprich: ballonförmig) retourniert werden, sind beim Tischtennis als Ballonabwehrbälle bekannt. Die Ballonabwehr ist also als eine typische Defensiv-Technik zu bezeichnen, was allerdings im Umkehrschluss nicht bedeuten muss, dass sich nicht auch Offensivspieler dieser Technik bedienen. Nämlich dann, wenn sie in die Defensive gedrängt wurden und einen schwierigen Ball erfolgreich spielen wollen.
3.2.15. Halbdistanz
Tritt der Spieler beim Tischtennis etwa einen bis zwei Schritte zurück (ca. zwei Meter), so beginnt von hier an das Spiel aus der Halbdistanz. Diese Variante ist unter anderem auch sehr beliebt bei Anfängern, die sich noch in der „Orientierungsphase“ befinden und folglich noch nicht genau wissen, ob die Angriffs- oder Verteidigungstaktik langfristig die effizientere Spielweise sein könnte. Das Spiel aus der Halbdistanz heraus ist im Vergleich zur Taktik, bei der beide Spieler direkt an der Tischplatte agieren, mit vergleichsweise wenigen temporeichen Abschnitten „gespickt“.
3.2.16. Distanz
Die Distanz ist beim Tischtennis sehr wichtig. Denn nur so kann man im Spiel bleiben und sowohl Angriffsbälle, aber vor allem auch Abwehrschläge richtig platzieren und treffen. Dabei ist vor allem die Distanz zum Tischtennistisch gemeint. Denn wenn der Spieler zu nahe am Tisch steht, so kann er zwar Bälle, die in die Tischmitte gespielt werden, sehr gut erreichen, aber Bälle, die weiter außen gespielt werden, sind schwieriger zu bekommen. Steht der Spieler wiederum zu weit weg vom Tisch, sind zwar die schnellen Bälle am Tischrand eher zu erreichen, jedoch kann er nicht schnell auf kurze Bälle reagieren, die schon kurz nach dem Netz am Tisch aufkommen.
3.2.17. Treibball
Der Treibball ist eine Spieltechnik beim Tischtennis, die nur geübte und professionelle Spieler wirklich gut beherrschen. Denn beim Treibball wird dem Ball ein Drall oder auch Spin verliehen, durch den sich der Ball dreht. Dieser Effekt macht es für den Gegner sehr schwierig, vorauszusehen, wie sich der Ball auf seiner Tischhälfte verhalten wird. Denn der Treibball folgt nicht der Linie, die man logischerweise erwarten würde. Durch die Drehbewegung, in die er versetzt wurde, verändert sich zum einen die Kurve in der Luft, andererseits wechselt der Ball aber auch seine Richtung, wenn er dann auf dem Tisch aufkommt. Eine gute Möglichkeit, um einen vermeintlich guten Schlag des Gegners abzuwehren.
3.2.18. Block an der Platte
Der Block an der Platte ist eine Abwehrtechnik, mit der Topspin Bällen ideal begegnet werden kann. Dabei kommt ein schneller Topspin Ball auf die Tischseite des Spielers zu. Würde dieser den Ball in derselben Intensität erwidern, wäre die Gefahr hoch, dass der Ball über den Tisch hinaus gespielt würde. Daher blockt er den Ball, indem er dem Ball keinen harten Schlag versetzt, sondern den Schläger fast außer Bewegung vor den Ball hält. Auf diese Weise verliert der Ball schnell an Kraft und kommt beim Gegner sehr bald nach dem Netz auf der Tischplatte auf. Dieser steht aber vermutlich noch in gewisser Distanz zum Tisch und kann dadurch nicht schnell genug reagieren.
3.2.19. Bälle hacken
Tischtennis Bälle zu hacken, ist eine sehr gute Abwehrtechnik. Dabei hackt der Spieler regelrecht in den Ball hinein, wodurch auch der Begriff erklärt wäre. Der Spieler schlägt den Ball also nicht frontal zurück zum Gegner, sondern schneidet den Ball eigentlich nur an. Auf diese Weise verleiht er dem Ball Unterschnitt, wodurch dieser eine Rückwärtsbewegung erfährt. Dadurch landet er einerseits gleich nach dem Netz, wo der Gegner ihn nicht erwartet und springt zudem auch noch zurück. Selbstverständlich liegt in dieser Technik auch eine gewisse Gefahr, da der Ball auch vor dem Netz auf der eigenen Seite landen könnte, falls der Spieler die Technik nicht richtig beherrscht.
3.3. Aufschlag / Angabe
Beim Tischtennis wechseln sich die Spieler jeweils mit dem Aufschlag ab. Beim Aufschlag bzw. bei der Angabe beginnt der jeweilige Spieler, der am Aufschlag ist, die neue Spielrunde. Das bedeutet, er setzt den ersten Schlag. Dabei liegt der Ball auf dem flachen Schläger auf. Danach wirft der Spieler den Ball mit der Hand hoch und schlägt ihn zunächst in das eigene Spielfeld. Von dort springt der Ball auf und landet als nächstes auf der gegnerischen Spielhälfte, wo der Gegner diesen abwehren muss. Der Aufschlag kann sehr entscheidend für den Spielausgang sein, da bereits hier wichtige Punkte gemacht werden, indem Bälle geschlagen werden, mit denen der Gegner nicht rechnet.
3.3.1. kurze Angaben
Beim Aufschlag unterscheidet man in kurze und lange Angaben. Gerade beim Aufschlag ist es wichtig, einen Schlag auszuführen, mit dem der Gegner nicht rechnet. Dabei ist es auch wichtig, die jeweilige Position des Gegners zum Tisch zu berücksichtigen. Steht der Gegner gerade etwas weiter weg vom Tisch, so kann es vorteilhaft eine kurze Angabe zu spielen. Dabei spielt der Spieler, der die Angabe ausführt einen eher schwachen Ball zum Gegner, der gleich kurz nach dem Netz wieder auf der Tischseite des Gegners aufkommt. Hier kann es sein, dass der Gegner, der sich in Distanz zum Tisch befindet, nicht schnell genug reagieren kann, um den Ball zu erreichen.
3.3.2. lange Angaben
Auch bei der Entscheidung für eine lange Angabe sollte der Spieler, der den Aufschlag ausführt, genau die jeweilige Situation bzw. auch die Position des Gegners betrachten. Die lange Angabe kann sich sehr gut eignen, wenn der Gegner bei der Angabe sehr nahe am Tisch steht. Denn bei diesem Spielzug spielt der aufschlagende Gegner einen sehr langen und meist eher schnellen Ball, der weit hinter dem Netz auf der gegnerischen Seite aufkommt. Also erst kurz vor dem Ende des Tisches. Für den Gegner, der nahe am Tisch steht, kann es mitunter sehr schwer sein, diesen Ball zu erreichen, da er wenig Platz zum Spielen hat und sich sozusagen selbst im Weg steht.
3.3.3. Angaben diagonal
Beim Tischtennis ist es üblich, diagonal aufzuschlagen und die Angabe somit auf die diagonal gegenüber liegende Spielseite zu spielen. Dies ist allerdings nur beim Doppel zwingend notwendig, wenn je zwei Spieler gegen zwei andere Spieler spielen. Beim Einzelspiel kann sich der Spieler aussuchen, auf welche Seite er die Angabe platzieren will. Beim Doppel jedoch muss ein diagonaler Aufschlag erfolgen. Das bedeutet, dass der Ball etwa einmal in der rechten eigenen Hälfte aufkommen muss und dann beim zweiten Tischkontakt auf der gegnerischen linken Hälfte, also vom Gegner aus gesehen die rechte Seite, aufkommen muss. Dies erfordert das Reglement für das Tischtennis Doppel.
3.3.4. Oberschnittangaben
Unter der Oberschnittangabe versteht man eine sehr schnelle, lange Angabe. Bei dieser Art der Angabe wirft der Spieler, der die Angabe ausführt, den Ball senkrecht hoch und reißt den nach vorne geneigten Schläger über dem Ball hoch. Dadurch gewinnt der Ball deutlich an Schnelligkeit und landet erst weit hinter dem Netz auf der gegnerischen Seite kurz vor dem Tischende. Üblicherweise handelt es sich dabei um einen sehr flach geführten Ball, der sich nur wenig niedrig über der Tischoberfläche bewegt. Der Ball erhält dabei einen Topspin bzw. Oberschnitt. Der Ball ist für den Gegner schwer zu erreichen bzw. abzuwehren, kann aber auch über den Tisch hinausgehen.
3.3.5. Unterschnittangaben
Auch die Unterschnittangabe eignet sich sehr gut, um dem Gegner gleich bei der Angabe einen besonders schweren Ball zukommen zu lassen. Dabei wirft der Spieler den Ball mit der Hand senkrecht hoch und hackt in den Ball rein. Dadurch erhält dieser einen Rückwärtsdrall, wodurch er, nachdem er auf der eigenen Spielhälfte aufgekommen ist, verlangsamt wird und schon kurz nach dem Netz auf der gegnerischen Spielseite zum zweiten Mal aufkommt. Hierbei handelt es sich gewöhnlich um einen eher langsamen Ball, der aber perfekt ist, um den Spieler auszutricksen, da dieser mit dieser Angabe nicht gerechnet hat und nicht schnell genug reagieren kann.
3.4. Tischtennis Training
Tischtennis ist ein Trainingssport und dient dazu, die Ausdauer und Schnelligkeit zu verbessern und zu fördern. Natürlich ist es notwendig, das Training mehrmals die Woche durchzuführen um einen Erfolg zu erzielen. Damit das Training optimal genutzt werden kann, sollte man individuelle Konzepte erstellen, um so speziell auf die Schwächen des Trainierenden einzugehen. Daher sollte man sich auch unterschiedliche Methoden ansehen. Das Training mit dem Trainer ist Anfängern zu empfehlen, um den Sport kennen zu lernen. Das Training mit dem Partner kann sich als nützlich erweisen, da man so verschiedene Spielsysteme kennen lernen kann. Empfehlenswert ist es natürlich beim Training die passende Kleidung zu tragen um so auch richtig ausgestattet zu sein.
3.4.1.Balleimertraining
Das Balleimertraining ist beim Tischtennistraining eine sinnvolle Trainingsvariante, die von zahlreichen Trainern favorisiert wird. Dabei steht ein Eimer mit zahlreichen Bällen zur Verfügung, der entweder beim Spieler selbst steht, wenn der Aufschlag geübt werden soll oder aber auf der anderen Spielhälfte beim Trainer, wenn dieser dem Spieler die Bälle zuspielt. Der Vorteil dabei liegt darin, dass die Bälle zwischendurch nicht immer wieder eingesammelt werden müssen, sondern immer wieder der nächste genommen werden kann. Dadurch kann der Spieler die Bewegungsabläufe perfektionieren und gut beibehalten, da immer wieder weiter gespielt wird. Es eignet sich, einen zweiten Eimer bereitzuhalten, damit ein Dritter die Bälle wieder einsammeln kann.
3.4.2. Beinarbeit
Sehr wichtig beim Tischtennisspiel ist die Beinarbeit, um so flexibel und wendig zu bleiben. Deshalb sollte die Beinarbeit vom ersten Spiel an trainiert werden. Denn auch beim Tischtennis ist Reaktionsschnelligkeit und Bewegung gefragt. Der Spieler muss auf häufige und schnelle Seitenwechsel gefasst sein und einen Ball, der auf der linken Tischhälfte aufkommt, genauso gut abwehren können wie den nächsten, der wiederum auf der rechten Tischhälfte aufkommt. Sich richtig zu bewegen ist hierbei wichtig, damit der Spieler möglichst schnell von einer Seite auf die andere gelangen kann. Denn nur so ist es auch möglich, selbst Taktiken zu entwickeln und umzusetzen, bei denen auch der Gegner gefordert werden kann.
3.4.3. Taktik
Die Taktik beim Tischtennis richtet sich jeweils nach dem Gegner, gegen den man antritt. Deshalb sollte man gerade beim Wettkampftraining auch mit möglichst vielen, verschiedenen Gegnern trainieren, um auf diverse Taktiken zurückgreifen zu können. Um die richtige Taktik wählen zu können, ist es empfehlenswert den Gegner vorher zu beobachten, damit man sich die passende Taktik zurechtlegen kann. Durch gutes Taktieren kommt man möglicherweise einem Sieg schon sehr nahe, aber Taktik alleine reicht nicht. Gute Beinarbeit und Ausdauer sind ebenfalls wichtig. Taktik ist eben nicht alles. Selbst, wenn man natürlich nicht jeden Gegner besiegen kann, ist eine gute Taktik doch viel wert.
3.4.4. Angaben trainieren
Besonders die Angaben können mitunter sehr entscheidend für das Spiel sein. Beherrscht man die Angaben perfekt, so kann man hier zahlreiche Punkte erzielen. Daher ist es wichtig, die Angaben zu trainieren. Besonders gut gelingt dies natürlich mit dem Balleimertraining, bei dem man gleich eine Vielzahl von Bällen zur Verfügung hat, mit denen man verschiedene Aufschlagstechniken ausprobieren kann. Auf diese Weise kann sich der Spieler die Bewegungsabläufe gut einprägen und schnell Korrekturen vornehmen, um die Angaben zu perfektionieren. Erste Erfolge werden selbstverständlich erst beim Spielen mit Gegenspielern wirklich sichtbar. Denn erst hier kann gesehen werden, welche Angaben sinnvoll sind und den Gegner verwirren.
3.4.5. Wettkampftraining
Das Wettkampftraining stellt eine äußerst wichtige Komponente beim Bestreiten von Turnieren und Wettkämpfen dar. Denn ohne entsprechendes Training vor den Wettkämpfen ist es schwer, sich gegen Gegner durchzusetzen, die ein solches Training genossen haben. Idealerweise findet das Wettkamptraining in Anwesenheit eines professionellen Trainers statt, der auch einen Trainingsplan erstellen kann, um alle wichtigen Techniken durchzugehen. Gut ist es natürlich, wenn man den Gegner schon kennt, um sich schon im Vorhinein über dessen Techniken und Schwachpunkte zu informieren und entsprechende Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Wichtig im Wettkampftraining ist auch, mit Spielern auf der gleichen oder einer etwas höheren Leistungsebene zu trainieren, um sich steigern zu können.
3.4.6. Trainingslager
Der Vorteil eines Tischtennistrainingslagers vor allem besteht darin, dass dort durch professionelles Equipment für das Training und ausgebildetes Trainingspersonal laufend die Möglichkeit geboten wird, Trainingseinheiten zu absolvieren. Unter anderem wird durch diverse Lageraktivitäten der Tagesablauf abwechslungsreich gestaltet. Durch unterschiedliche Events wird für die Tages- und Abendgestaltung gesorgt und die Zeit gut ausgenützt. So wird Sport und Spaß miteinander verbunden. Um die Spannung zu halten, werden in manchen Tischtennistrainingslagern kleine Wettbewerbe veranstaltet, die auch dazu führen, dass der Ehrgeiz beim Training gesteigert werden kann. Am letzten Abend findet manchmal sogar ein Abschlussturnier statt, um das Trainingslager sinngemäß ausklingen zu lassen. So bleibt das Tischtennistrainingslager unvergesslich.
3.4.7. Konditionstraining
Um Tischtennis Turniere erfolgreich bestreiten zu können, ist es nicht nur wichtig, professionelle Techniken nutzen zu können und diese zu perfektionieren, sondern auch über genügend Ausdauer zu verfügen, um bei schnell wechselnden aber auch länger andauernden Ballpartien nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ein gut ausgearbeitetes Konditionstraining ist daher gerade für professionelle Spieler von großer Bedeutung. Das Konditionstraining kann sich einerseits aus herkömmlichen Konditionsmethoden wie etwa dem Jogging zusammensetzen, besteht aber auch aus Ausdauertrainings, die direkt am Tisch stattfinden. So etwa die Methode, bei der mehrere Spieler sich in Ringform rund um einen Tisch bewegen und dabei abwechselnd die Bälle annehmen.
3.4.8. Ballgefühl trainieren
Um ein richtiges Ballgefühl trainieren zu können, bedarf es in der Regel viel Geduld und vor allem auch viel Training. Denn das Ballgefühl kann erst durch ein gewisses Ausmaß an Training und Erfahrung im Tischtennis geschaffen werden. Besonders gut lässt sich das Ballgefühl vor allem beim Balleimertraining trainieren, wo das Verhalten des Balls auf unterschiedliche Techniken sehr gut erkannt und eingeprägt werden kann. Aber auch, indem versucht wird, bestimmte Punkte auf dem Tisch anzuvisieren und mit dem Ball anzuspielen, kann das Ballgefühl deutlich verbessert werden. In jedem Fall ist ein gutes Koordinationsvermögen gefragt, um die Situationen jeweils richtig einschätzen zu können und auf sie zu reagieren.
3.4.9.Reaktionstraining
Wie der Name bereits sagt, kommt es beim Reaktionstraining darauf an, die Reaktionen des Spielers zu verbessern. Unter anderem ist auch die Schnelligkeit beim Tischtennis sehr wichtig. Durch eine Automatisierung der Bewegungen und Abläufe wird das Training bzw. auch das Spiel sicherlich erleichtert. Ebenso wichtig beim Reaktionstraining ist eine gute Hand-Bein-Augen-Koordination. Am besten ist die Reaktionsfähigkeit natürlich unmittelbar nach dem Aufwärmtraining. Damit das Reaktionstraining wirklich etwas nützt, sollte es zumindest drei bis vier Mal in der Woche ausgeübt werden. Die Reaktionen werden nicht nur für den Sport, sondern auch für den Alltag geschärft. Auf diese Weise ist das Training doppelt nützlich.